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Campus Gertrude Fröhlich-Sandner, Kindergarten und Volksschule

Schaubild Ernt-Melchior Gasse

 


Auftraggeber:

Stadt Wien vertreten durch Magistratsabteilung 19 und Magistratsabteilung 34

EU-weiter Wettbewerb

1.Preis 2008 

   
Entwurfsgrundsätze:

Der neue Baukörper entwickelt sich entlang der Ernst Melchior Gasse und steht durch seine geringe Höhenentwicklung (E+2 und E+1) im spannungsvollen Kontrast zu der umgebenden Bebauung. Die Erschließung des Bildungszentrums erfolgt über einen großzügigen überdeckten Vorbereich, wobei Kindergarten und Volksschule eigene Eingänge aufweisen. Dieser Vorplatz setzt durch seine räumliche Ausbildung und durch die auffallende V- Stützenkonstruktion des darüberliegenden, schwebend wirkenden Baukörpers der Volksschule ein städtebauliches Signal.
Das Kindertagesheim orientiert und öffnet sich zum Garten, wobei die übereinander angeordneten Gruppenräume teilweise aufgeständert sind und überdeckte Außenbereiche bilden. Durch die versetzte Anordnung der Gruppenräume werden diese nach außen als einzelne Baukörper erkennbar und verzahnen sich mit dem Freiraum.
Der von Kindertagesheim und Volksschule gemeinsam genutzte Speisesaalbereich ist über einen Baukörpereinschnitt von oben belichtet und kann mittels Schiebewänden zu den umgebenden Gangflächen insbesondere außerhalb der Speisenutzung geöffnet werden.

Die Pausen- und Erschließungsflächen sind durch großzügige vertikale Durchbrüche belichtet und gegliedert. In diesen Zonen wird interaktives Lernen und Spielen ermöglicht. Zwei Atrien schaffen zusätzliche innenliegende Außenräume, die den Wechsel der Jahreszeiten erlebbar machen. Hier könnten eventuell auch Kleintiere, wie Schildkröten gehalten und beobachtet werden. Jeder Ebene sind Freiflächen in Form von Pausenterrassen, die mit dem Garten durch Freitreppen verbunden sind, zugeordnet.


Gender-Mainstreaming-Konzept:

Mit der Barrierefreiheit innerhalb des gesamten Schulareals ist eine der wichtigsten Grundvoraussetzung der Chancengleichheit gegeben. Grundsätzlich ist jedoch gerade im Kindergarten- und Volksschulalter vor allem der pädagogische Einfluss auf die Gleichbehandlung von Mädchen und Buben von besonderer Bedeutung. Große Pausenflächen im Inneren, die auch Rückzugsflächen wie Nischen mit Sitzstufen und Atrien aufweisen, ermöglichen eine Fülle von unterschiedlichen Raumangeboten die geschlechtsspezifisch besetzt werden können.
Bei der Freiraumgestaltung wurde im Speziellen auf ein Angebot geachtet, welches Mädchen zur Nutzung animieren soll: Anstelle zweier großer Hartplätze, die im Allgemeinen vorrangig für Fußballspiel genutzt werden, werden unterschiedliche, offen gestaltete Spielfelder angeboten, die Mädchen deren Aneignung erleichtern sollen.

Zuschauertribünen in Form von Sitzstufen und Holzdecks erleichtern die Annäherung an die im Allgemeinen von Buben besetzten Orte. Das Fitness-Wäldchen im Randbereich mit seinen einfach gehaltenen Turnmöglichkeiten soll die Möglichkeit eröffnen, abseits der Masse zu üben, die körperliche Selbsterfahrung zu erhöhen und schlussendlich das Selbstbewusstsein zu stärken.

Den Bedürfnissen der Mädchen entspricht auch die klare Zonierung des Geländes (Verhaltenssicherheit), das vielfältige Nutzungsangebot (Kommunikationsraum, Rückzugsort, Möglichkeit des Naturerlebens...) und spezielle Mädchenorte wie z.B. das Baumhaus, welches einerseits Rückzug, gleichzeitig aber auch Überblick bietet. 

Architektur: Kaufmann - Wanas

Landschaftsplanung und Gender Mainstream: Brigitte Lacina 

 

Projektfotos   Projektpläne